Regionale Betroffenheit: Forstamt Bad Salzungen warnt vor Eichenprozessionsspinner

Mitteilung des Thüringer Forstamtes Bad Salzungen

Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Bad Salzungen wird derzeit ein verstärktes Auftreten des Eichenprozessionsspinners festgestellt. Betroffen sind alle Waldeigentumsformen.

Insbesondere betroffen sind die Gemeindegebiete:

• Bad Liebenstein
• Bad Salzungen
• Tiefenort
• Unterbreizbach
• Waldfisch

Der Eichenprozessionsspinner befällt heimische Eichenarten ab einem Durchmesser von etwa 10 Zentimetern. Die charakteristischen Gespinste der Raupen befinden sich in unterschiedlichen Höhen am Stamm und in der Krone.

Sie können von faustgroßen Nestern bis zu etwa 30 bis 40 Zentimetern Durchmesser anwachsen. Besonders betroffen sind gut besonnte Einzelbäume oder freistehende Eichen, beispielsweise an Waldrändern, Wegen oder Lichtungen.

An diesen Standorten befinden sich die Gespinste und Raupen häufig in geringer Höhe und sind daher für Mensch und Tier leichter zugänglich und somit besonders gefährlich.

Von den Raupen gehen erhebliche Gesundheitsgefahren aus. Die feinen Brennhaare können bei Berührung oder durch die Luft übertragen werden und starke allergische Reaktionen hervorrufen.

Mögliche Symptome sind intensiver Juckreiz, Hautrötungen, Ödeme, Bindehautentzündungen sowie Reizungen der Atemwege. Die Beschwerden treten teilweise mit zeitlicher Verzögerung von bis zu einem Tag auf und können bei vorbelasteten Personen besonders stark ausfallen.

Das Forstamt Bad Salzungen bittet daher Waldbesuchende, Waldbesitzende sowie Brennholzwerbende um besondere Vorsicht bei Aufenthalten und Arbeiten im Wald.

Folgende Verhaltenshinweise sollten beachtet werden:

• Berühren Sie keine gefallenen Eichenbäume oder deren Gespinste.
• Achten Sie besonders auf Kinder, da diese durch Spielen oder Klettern leichter mit Raupen oder Nestern in Kontakt kommen können.
• Halten Sie Abstand zu erkennbaren Gespinsten und Raupenansammlungen.
• Halten Sie Hunde an der Leine und lassen Sie diese nicht mit den Gespinsten in Kontakt kommen.
• Vermeiden Sie nach Möglichkeit Waldbesuche bei stärkerem Wind (ab Windstärke 4), da Brennhaare durch Luftbewegungen über größere Entfernungen verbreitet werden können.

Des Weiteren ist zu beachten, dass auch verlassene Gespinste sowie alte Raupenhäute über mehrere Jahre hinweg allergen bleiben und weiterhin gesundheitliche Beschwerden verursachen können.

Das Forstamt Bad Salzungen bittet die Bevölkerung um erhöhte Aufmerksamkeit und einen verantwortungsvollen Umgang in den betroffenen Waldbereichen.

Derzeit beschränken sich die Maßnahmen auf ein intensives Monitoring der betroffenen Bestände. In besonders stark betroffenen Waldgebieten werden Warn- und Hinweisschilder aufgestellt, um Waldbesucherinnen und Waldbesucher auf die bestehende Gefährdung aufmerksam zu machen.

In Einzelfällen können zudem einzelne Waldwege, Waldbereiche oder Aufenthaltsplätze vorübergehend gesperrt werden.

Weitere Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und zur Beseitigung der Gespinste werden geprüft und bei Bedarf umgesetzt.

Eine Fällung betroffener Eichen ist nicht vorgesehen und aus forstfachlicher Sicht nicht erforderlich.